Doc, bitte frieren Sie mir das Fett weg!

Im Spätsommer fahre ich auf Urlaub. Schwimmreifen brauche ich aber keinen mehr, der soll bitte bis dahin weg. Mit einem Bikini-Body vor dem geistigen Auge stieg ich samt Videokamera in den Zug nach Eisenstadt. Warum dort? Das ist schnell erklärt.

Ich bin und bleibe gerne eine Kleidergröße 40-42, aber an manchen Körperstellen hat sich das Fett nach dem 30. Lebensjahr doch unschön verteilt. Meine Oberarme waren so eine Problemzone. Betonung auf waren. Letztes Jahr habe ich mir das Winkefleisch mit CoolSculpting wegfrieren lassen und kann jetzt wieder getrost ärmellose Klamotten tragen. Ganze vier Zentimeter Oberarmumfang habe ich so verloren – ohne Hanteln, Klimmzüge oder Diät. Dieses Jahr sollen die Lovehandles weg und der Bauch flacher werden. Meine Fettdepots sprechen gut auf das Kryolipolyse-Verfahren der Firma Zeltiq an, also feile ich mit dieser Methode gerne weiter an dem Projekt Sanduhrsilhouette. Es gibt eine Vielzahl an Kryolipolyse-Anbietern, die sich nicht nur hinsichtlich des Preises sondern auch in Bezug auf Technik und Effektivität unterscheiden. Meine Wahl fällt aufgrund der Zulassung seitens der doch sehr strengen US-Gesundheitsbehörde FDA sowie großangelegter Studien auf die CoolSculpting-Methode.

So läuft’s ab

 

Wie man sich einen Behandlungsablauf vorstellen kann? Zunächst steht ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt an. Auch wenn CoolSculpting als sanftes Verfahren bezeichnet werden kann, ist ein ärztliches Beratungsgespräch mit Aufklärung Pflicht. Die zu behandelnden Regionen müssen auch vom Arzt abgetastet werden, denn Fett ist nicht gleich Fett. Die Behandlung schlägt bei den unterschiedlichen Beschaffenheiten der Speckdepots nicht immer gleich gut an. Wenn der Arzt grünes Licht gibt, kann es auch schon losgehen. Eine Art Fettsauger wird an die Problemzone angedockt und kühlt das Gewebe auf circa vier Grad runter, ohne dass die Haut dabei zu Schaden kommt. Ungefähr ein Drittel des angesaugten Volumens verschwindet dann in den Folgewochen. Die Fettzellen sind zerstört. Für. Immer. 35 – 75 Minuten liegt oder sitzt man, schaut fern oder checkt seinen Instagram-Feed – und dann ist man auch schon fast fertig. Nach der Entfernung des Applikators muss das Gewebe für zwei Minuten massiert werden, damit der Fett-Weg-Effekt maximiert wird und auch auf die umliegenden Körperpartien übergreift. Da musste ich schon die Zähne zusammenbeißen, aber die Schmerzen sind nach rund 5 Minuten vorbei. In den Folgetagen entwickelte sich bei mir ein blauer Fleck und die behandelten Regionen fühlten sich ein wenig taub an, waren angeschwollen und schmerzten wie bei einem Muskelkater – das war’s aber auch schon. 10 Tage später war von der Behandlung nichts mehr zu sehen oder zu spüren. Der Körper scheidet nach und nach das Fett über die Leber und das Lymphsystem aus. Etwa 3 Monate nach der Behandlung kann man mit dem Endergebnis rechnen.

Der freundliche Kälteroboter und seine Fangarme in Action

Und warum Eisenstadt?
In Österreich bieten rund ein Dutzend Ärzte die CoolSculpting-Methode an. Mein Weg führte mich diesmal nach Eisenstadt zur Ordination Omnimed, wo man sich auf CoolSculpting spezialisiert hat. Das Kryolipolyse-Verfahren wurde dort schon hundertfach durchgeführt, weshalb das dortige Ärzteteam viel Erfahrung bei der Bewertung der Fettbeschaffenheit hat. In der Ordi stehen mehrere Geräte mit Applikatoren der neuesten Generation, was parallele Behandlung zweier Regionen ermöglicht. Die neuen CoolAdvantage-Applikatoren verkürzen die Sitzungsdauer und saugen das Fett nicht mehr blockartig ein, sondern docken sich sanfter an. Das macht die Behandlung angenehmer und die anschließende Massage fühlte sich bei mir auch weniger schmerzhaft an. Nach rund zwei Stunden war ich mit der Kältebehandlung der Lovehandles und des Unterbauches fertig.

Meinen Ausflug nach Eisenstadt habe ich auch auf Video dokumentiert

Für alle, die mehr wissen wollen, habe ich Dr. Stefan Horwath der Ordination Omnimed zu den Hard Facts befragt:

Was ist die CoolSculpting-Methode?
Dr. Stefan Horwath: Der wissenschaftliche Begriff ist Kryolipolyse, dabei kann Fett durch Kälte dauerhaft zerstört werden. Die Firma Zeltiq hat das in Amerika entwickelt, dieses Originalverfahren heißt CoolSculpting. Der Unterschied zu anderen Kältemethoden ist der, dass es das einzige Verfahren ist, welches eine medizinische Zulassung hat. Man muss ein Arzt sein, um es durchführen zu können, weil es einfach sehr wirkungsvoll ist. In unserer Ordination machen wir das seit mittlerweile zweieinhalb Jahren, haben etliche Behandlungen durchgeführt und kontrollieren immer sehr genau nach, ob das wirkt und wie gut das wirkt bei jedem Patienten. Die Erfolgsquote ist beim CoolSculpting sehr hoch. Das Prozedere in unserer Ordination ist jenes, dass wir vor der Behandlungen jeden Patienten mit einem eigenen Programm fotografieren. Nach circa 3 Monaten kommt jeder Patient – sofern er das natürlich möchte – zum Kontrolltermin, bei welchem wir die Nachher-Fotos machen und das Ergebnis gemeinsam besprechen.

Für wen ist CoolSculpting geeignet?
Dr. Stefan Horwath: Die Methode ist für all jene geeignet, die auf schonende Art und Weise hartnäckige Fettdepots, wie Reiterhosen, Hüften oder Bäuche, loswerden möchten. Selbst mit Diäten oder Sport lassen sich sehr oft Problembereiche sehr schwer reduzieren. Mit Coolsculpting kann man, ganz ohne chirurgischen Eingriff, Problembereiche „wegfrieren“ und den Body somit harmonisch formen.

Welche Partien kann man den mit CoolSculpting behandeln?
Dr. Stefan Horwath: Geeignet sind der Bauch, Hüften, Oberarme, Oberschenkel außen, Oberschenkel innen, Doppelkinn – das sind die beliebtesten Regionen. Was die Verteilung anbelangt, sind in etwa zwei Drittel der Patienten Frauen, ein Drittel Männer. Von der Zufriedenheit in unserer Ordination würde ich schätzen, dass die Erfolgsquote bei 90-95% liegt – bereits nach einer Behandlung.

Wie lange dauert es?
Dr. Stefan Horwath: Die Dauer ist unterschiedlich, je nachdem wie groß das Behandlungsareal ist. Im Schnitt dauert eine Behandlung zwischen 35 Minuten und 75 Minuten. Seit circa einem Jahr hat dir Firma Zeltiq neue Applikatoren am Markt, welche wir auch haben. Diese verkürzen die Behandlungszeit von 60 auf 35 Minuten.

Tut es weh?
Dr. Stefan Horwath: Die Behandlung selbst, während der Behandlung, ist nicht schmerzhaft. Die meisten der Patienten verspüren in den ersten Minuten ein Kältegefühl, was nach ein paar Minuten nachlässt. Was viele unangenehm empfinden, ist die Tatsache, dass das Behandlungsgewebe nach der Behandlung ausmassiert wird für die Dauer von zwei Minuten. Was man dazu sagen muss ist, dass in den Tagen nach der Behandlung ein muskelkaterartiger Schmerz, Rötungen und Schwellungen folgen können. Aber das sind alles Dinge, die circa eine Woche dauern.

Gibt es auch langfristige Nebenwirkungen?
Dr. Stefan Horwath: Seit wir die Behandlung hier durchführen, haben wir noch keine schwerwiegendere Nebenwirkung gehabt. Nebenwirkungen die auftreten können, sind beispielsweise ein vorübergehendes Taubheitsgefühl für die Dauer von zwei bis drei Monaten, sowie Verhärtungen im Behandlungsbereich, welche sich ebenfalls innerhalb von zwei bis drei Monaten wieder auflösen.

Wie viel kostet eine CoolSculpting-Behandlung pro Areal?
Dr. Stefan Horwath: Das ist immer sehr schwierig zu sagen, da es auf den Ausgangszustand ankommt – Bauch ist nicht gleich Bauch. Bei uns in der Ordination ist es sehr wichtig, dass man zuvor zu einem Beratungsgespräch kommt, um zu sehen ob die Coolsculpting-Methode für das Gewebe geeignet ist und ob die Erwartungshaltung mit der möglichen Behandlung einhergeht. Bei uns in der Ordination kostet ein Behandlungszyklus 650 Euro. Je mehr Zyklen man macht, umso günstiger wird es.

Was muss man vor und nach einer Behandlung beachten?
Dr. Stefan Horwath: Nach einer CoolSculpting-Behandlung sollte man für etwa 3 Wochen darauf achten, keine entzündungshemmenden Medikamente (Aspirin, Ibuprofen, Parkemed, Cortison…. uvm.) einzunehmen. Diese können den Erfolg der Behandlung bei regelmäßiger Einnahme minimieren. Sonst ist es erlaubt alles zu machen, was man möchte. Sonnenbäder, Sauna, Sport usw., stellen überhaupt kein Problem dar. Kontraindikationen sind Schwangerschaft und Stillzeit.

Beibt das Fett dauerhaft weg?
Dr. Stefan Horwath: Der Bereich, der behandelt worden ist, wird langfristig minimiert. Das heißt, die Fettzellen die weg sind, bleiben auch weg, und werden auch nicht nachgebildet. Wir verringern mit der Methode die Anzahl an Fettzellen.

Dr. Stefan Horwath. Sowohl in Eisenstadt als auch in Klagenfurt rückt er mit CoolSculpting Problemzonen zu Leibe. Mehr Infos unter: www.omnimed.at 

Wenn dich Kryolipolyse interessiert, frag am besten bei deinem Arzt nach und lass dich beraten. Wer gespannt ist, wie meine Bauchregion nach den drei Monaten aussieht, sollte im Spätsommer wieder reinklicken. Ich stelle euch schwabbelige und (hoffentlich) weniger schwabbelige Vorher-Nachher-Fotos in Aussicht. Klingt doch verlockend, oder?

UPDATE JÄNNER 2018: Noch stehen die Nachher-Fotos aus. Ich konnte schon einen Umfangsverlust beobachten, doch derzeit habe ich nicht das exakt gleiche Ausgangsgewicht wie im Mai. Sobald die paar Kilos runter sind, kann ich die genauen Maße nachliefern. Vor allem beim Bauch hat sich einiges getan! Bitte um eure Geduld & Dankeschön für das Verständnis.

*Herzlichen Dank an CoolSculpting für die Testmöglichkeit